17. August, Franziskaner-Fußball

17. August, Franziskaner-Fußball

Auf den Franziskaner-Orden ist in Kitzbühel Verlass. Mitten im Überfluss, bilden sie eine Enklave der Einfachheit und Ruhe. Ich werde zu einem Fußballmatch eingeladen. Trotz ihres traditionellen Ordensgewandes, dem Habit, spielen die Brüder in der Mittagshitze erstaunlich feinen Rasenschach und lassen den mittellosen Wanderer ziemlich alt aussehen. Statt dem Schlusspfiff, ein Ave Maria.

17. August, Trachtenumzug

17. August, Trachtenumzug

Gerate in einen Trachten-Aufmarsch. Denke an einen amerikanischen Wissenschaftler, der meint, die Außerirdischen würden schon längst unter uns weilen.

17. August, Surreal

17. August, Surreal

Surreal. Das beschreibt Kitzbühel in einem Wort. Ein verblüffendes Paralleluniversum. Wirkt wie bewusstseinserweiternde Drogen auf nüchternen Magen.

16. August, Chalet

16. August, Chalet

Stilecht nächtige ich in Kitzbühel auf der Terrasse eines kleinen Holzschalets. Oder auch Blockhütte. Eine 120 Quadratmeter Immobilie, so sagt man mir, kostet hier rund 2 Millionen Euro. Für eine Nacht läßt sich überall gratis schlafen. Man darf nur nicht zu verwöhnt sein. Und man muß frech bleiben. Frechheit ist eine große Tugend.

16. August, Schlager-Schmerzen

16. August, Schlager-Schmerzen

Mir schreiben besorgte Leser, sie würden um meine Gesundheit fürchten. Die Hitze, die kurzen Nächte, die mangelhafte Ernährung und so weiter. Und das ganz ohne eigenes Geld. Um mich braucht man sich keine Sorgen zu machen, noch nicht. Ich finde, man sollte sich um die Menschen kümmern, die Volksmusik-Schlager-Konzerte besuchen. Das bereitet mir Sorgen. Ich will niemandem zu nahe treten, jedem das Seine, aber mich würde das einfach nur krank machen.

16. August, René

16. August, René

Er ist ein Lichtblick für mich. Ein Unkonventioneller, der Erste, den ich in Kitzbühel treffe. Ehemaliger DJ aus der Schweiz, der jetzt dem Volksmusik-Schlager-Zirkus nachreist. Er ist Hansi Hinterseer-Fan und zündet nach dem Konzert gern mal eine Feuerwerks-Rakete, obwohl ihm das immer wieder Scherereien mit der Polizei einbringt. Sein Clown begleitet ihn auf Schritt und Tritt.

16. August, Perfect Breakfast

16. August, Perfect Breakfast

Reichtum hin oder her, die Kitzbüheler zeigen sich mir gegenüber von ihrer hilfsbereiten Seite. Im Ortszentrum spendiert man mir in der Bäckerei ein perfektes Frühstück. Es würde sehr selten vorkommen, dass hier jemand ohne Geld auftaucht. Eigentlich, könne man sich nicht an ähnliche Vorkommnisse erinnern. Vielleicht nach dem Krieg, das sei aber sehr lange her. Wo Armut kein Thema ist, hat man es als Bettler leichter. Würden so viele Bettler wie Touristen kommen, würde die Sache anders aussehen.

16. August, Baden gehen

16. August, Baden gehen

Ich weiß nicht, ob das ein gutes Angebot für eine Leder-Badehose ist? Ich weiß nur, dass es mir wie ein Millionen-Betrag vorkommt. Um das Geld kann man reisen. Etwas erleben. Wochen lang. Was kostet die Welt?

16. August, Kitzbühel

16. August, Kitzbühel

Einsamkeit. So alleine habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Hier finde ich keinen Anschluß. Ohne Geld, ist man in Kitzbühel ein Niemand. Die Reichen und Schönen sind ein Klischee. In Kitzbühel trifft es zu, zumindest was den Reichtum betrifft. Noch nie habe ich so viele Nobel-Immobilien-Büros auf einem Haufen gesehen. Wohin?

15. August, Das ist der Deal

15. August, Das ist der Deal

Liebe Schnecke, ich schlage dir einen Deal vor. Ich werde in Zukunft nicht mehr in deinem Garten pennen und du verirrst dich dafür nicht mehr in meinen Schlafsack. Und morgen ziehen wir als Freunde weiter, jeder in seine Richtung, sind wir im Geschäft?

15. August, Wasser

15. August, Wasser

Wasser ist ein Wunder. So einen Satz, erlaubt man sich zu Hause nicht. Es klingt vermessen. Die Leitung ist so schnell aufgedreht. Geht man durstig über Stunden, ohne nur einen Schluck Wasser zu trinken, fiebert man dem nächsten Brunnen entgegen, wie einem großen Fest. Wasser zu finden, geschenkt zu bekommen, das ist eine Gnade, jedes andere Wort ist dafür heute zu klein.

15. August, Paß Thurn

15. August, Paß Thurn

Gehen in der Ebene und gehen in den Bergen, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. In der Ebene überholen einen die Gedanken, manchmal hinken sie auch hinterher, ganz entkommt man ihnen aber nicht. Das auf und ab der Berge, lässt die Gedanken unabhängig werden vom Körper, manche heften sich an die Fersen, andere verflüchtigen sich, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Spreu trennt sich vom Weizen.

15. August, Mittagessen

15. August, Mittagessen

15. August, Kühe

15. August, Kühe

Mir kommt es so vor, als hätte ich ein halbes Jahr keine Kühe mehr gesehen. Ihre Gegenwart ist das reinste Beruhigungsmittel für strapazierte Wanderer-Nerven.

15. August, Schlager und Stille

15. August, Schlager und Stille

Eine rumänische Familie klaubt mich auf. Die Mädchen singen Schlagermusik im Radio lautstark mit. Plötzlich werden sie still und beobachten die Wasserfälle, die über die Felswände springen. Wir erreichen Mittersill.

15. August, Matrei

15. August, Matrei

Mystische Morgennebel, nach einer kurzen Nacht im Freien. Zu Fuß schaffe ich es heute nicht über die Berge. Muss Auto stoppen.

 

14. August, Pfützen

14. August, Pfützen

Regenpfützen können so schön sein.

14. August, Regenwetter

14. August, Regenwetter

Endlich.

14. August, Glück

14. August, Glück

In Spittal habe ich großes Glück. In einer kleinen Bäckerei frage ich nach übrig gebliebenem Brot und bekomme einen ganzen Freßkorb geschenkt. Pizzastangerl, Schwarzbrot und Zwetschkenfleck. Die Leute sind wesentlich hilfsbereiter, als ich gedacht hätte. Kann man nicht oft genug sagen.

14. August, Höhle

14. August, Höhle

Auf dem Weg nach Spittal überrascht mich ein kleiner Regenschauer. Ziehe mich in eine Höhle zurück, möchte mich hinlegen und hier bleiben. Ausruhen, nachdenken, nicht mehr weiter gehen.

14. August, Geburtstagskind

14. August, Geburtstagskind

Pepi, oder auch Josef, ist Anthropologe, Bergführer und Tischler. Happy Birthday und Danke an alle für die Gastfreundschaft und auch für das herrliche Essen!

14. August, Überraschungsparty

14. August, Überraschungsparty

In trampe nach Villach. Martin nimmt mich als Überraschungsgast zur Überraschungsparty für Pepi mit, der heute 3o wird. Zum Schluß stossen auch noch seine drei Schwestern aus Oberösterreich überraschend dazu.

14. August, Klagenfurt

14. August, Klagenfurt

Zu Klagenfurt ist mir noch nie was eingefallen.

13. August, Adrenalin

13. August, Adrenalin

Leitplanken sind rund um den Wörthersee Adrenalin. Hier hat man Benzin im Blut. Beim Gehen denke ich mir immer öfter, ich hätte den Führerschein nie machen sollen. Autofahren ist wesentlich gefährlicher, als ohne Geld durch Österreich zu reisen. Das Auto war eine Fehlentwicklung, das Fahrrad entspricht dem menschlichen Maß viel eher. Das ist keine Botschaft. Das spürt man einfach deutlicher, wenn man 3 Wochen zu Fuß unterwegs ist. Klar, bin auch ich schwach, sonst würde ich nicht ab und zu trampen und dann doch wieder den Komfort der Autos genießen. Aber zumindest kann ich sagen, dass mein Adrenalin nicht an Leitplanken klebt, mein Blut nicht mit Benzin gestreckt ist, und meine Lungen noch mit Luft, Liebe und Dreck gefüllt sind.

13. August, Scheune

13. August, Scheune

Das perfekte Nachtlager.

13. August, Bad Eisenkappel

13. August, Bad Eisenkappel

Die Eintragungen sind nicht mehr alle in der richtigen Reihenfolge. Seit dem 10. August geht einiges drunter und drüber, es scheint mir auch nicht mehr so wichtig, wann ich wo gewesen bin. Dieser Tage war ich jedenfalls auch in Bad Eisenkappel. Schon lange war ich nicht mehr in den Bergen. Die Wahrnehmung verändert sich. Die Gedanken des Tales werden nebensächlich. Zum ersten Mal, seit ich losgegangen bin, wird mein Atem wirklich ruhig.

13. August, Botschaft

13. August, Botschaft

“Was ist deine Botschaft?” fragen mich die Leute immer wieder. Wenn ich eine Botschaft hätte, wäre ich nicht unterwegs. Botschaften sind etwas fertiges, mein Weg ist unfertig. Ich gehe nicht für den Weltfrieden, nicht für den ökologischen Fußabdruck, nicht gegen Atomkraft, ich bin nicht auf der Suche nach Gott, nicht auf der Suche nach mir selbst. Alle diese Ziele und Botschaften mögen sinnvoll sein und erstrebenswert, ich aber schlage eine andere Richtung ein. Ich will ohne konkrete Absicht gehen, will offen bleiben, will mich treiben lassen, aber auch bestimmte Orte und Menschen aufsuchen. Meiner Erfahrung nach, beginnt eine gewinnbringende Veränderung dort, wo die Botschaft aufhört, wo es um die reine Beobachtung geht, um klare Gedanken, die nichts von vornherein ein oder ausschließen. Es geht um’s unterwegs sein.

13. August, Nothing fails like success

13. August, Nothing fails like success

Motto des Tages. “You can’t beat success” hat mein Vater immer gesagt. Mir aber war der so genannte Erfolg schon als Kind suspekt. Die Erfolgreichen waren für mich die Unanständigen. Das Scheitern entspricht dem menschlichen Schicksal mehr als der Erfolg. Jedes Leben gerät einmal außer Kontrolle. “Scheitern, scheitern, besser scheitern” heißt es bei Samuel Beckett.

12. August, Dark Lake

12. August, Dark Lake

Die Nacht hat mich wieder. Das Spielcasino ist kein Ort für mich. Ich liebe die Dunkelheit, die Lichter am Wasser, die Ruhe, die einkehrt. Bin froh, nicht am Poker-Tisch hängen geblieben zu sein, mein Black Jack heißt Blue Walker, Gehen ins Ungewisse.

12. August, Einarmige Banditen

12. August, Einarmige Banditen

Ohne Schirm, Kappe und Rucksack darf ich ins Casino. Die Lichter verschwimmen vor meinen Augen. Das ist kein Platz für mich. Bin kein Spieler. Ich tue das, was ich immer tue, ich versuche mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich treffe auf ein paar ältere Damen, die hier schon seit 30 Jahren zocken. Ihr Geheimnis: Immer nur um kleine Beträge spielen, doch am Ende, fügen sie mit einem breiten Grinsen hinzu, gewinnt immer das Casino. Man komme wegen dem Adrenalin hierher. Mein Adrenalin liegt auf der Straße.

12. August, Casino Velden

12. August, Casino Velden

Ich war noch nie in meinem Leben im Casino. Kommt man da ohne Geld hinein? Oder gibt es Leute, die dem Wanderer den Besuch am Roulette-Tisch sponsern? Einen Versuch ist es wert.

12. August, Verbote

12. August, Verbote

Wenn ich mir das Photo ansehe, dann sehe ich eine Liegewiese und einen Badeplatz. Ganz deutlich. Die Gemeindeverwaltung sieht etwas anderes. Sie leidet offenbar unter Realitätsverlust.

12. August, Wörthersee

12. August, Wörthersee

Rückblick auf einen Tag am Wörthersee. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, der See verspricht Erfrischung, nur die Suche nach Proviant gestaltet sich schwierig. Am Südufer gibt es viele Villen und Überwachungskameras, doch kein Brot für einen Wanderer. Wasser solle ich mir aus dem Bach holen, ein Betreten des Privatbesitzes sei ganz ausgeschlossen.

11. August, Dank

11. August, Dank

Dank an meine Eltern (für fast alles), meine Tochter und ihre Mutter, meine Oma, meine Freunde (und Feinde) und an Apara, für die wunderbare Torte.

11. August, My Birthday

11. August, My Birthday

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10. August, Trachten-Expreß

10. August, Trachten-Expreß

Kärnten, wir kommen! Eine Dirndl-Damen-Runde nimmt uns in ihrem Auto mit. Sie sind auf dem Weg zu einem Polterabend. Die Stimmung ist euphorisch. Wir kommen uns vor, wie auf der Reise in eine weit entfernte Trachten-Galaxie. Wer in Kärnten unterwegs ist, braucht keine Sciene-Fiction-Filme mehr zu schauen. Danke, für die Mitfahrgelegenheit.

10. August, Straßenmusik

10. August, Straßenmusik

Philip hat seine Gitarre dabei. Er ist auch Schlagzeuger in der Band “Dead End Friends”. Er vertreibt uns die Wartezeit mit echter Straßenmusik, am Rand der Autobahn. Man muss damit leben können, zu warten. Man muß das Warten nützen und auf eine neue Ebene heben. Jeder Moment hat musikalisches Potential. Nicht einfach nur Rumstehen und auf neue Chancen hoffen. Das Leben am Schopf packen, in jeder auch noch so langweiligen Sekunde. Fröhlich musizierend, im Staub der Ungeduldigen, die gar nicht schnell genug am Friedhof sein können.

10. August, Autostoppen

10. August, Autostoppen

Autostoppen, hieß es jahrelang, sei aus der Mode gekommen. Dabei ist Trampen eine hohe Kunst, die gelernt sein will. Meine Oma hat früher immer jeden Autostopper mitgenommen und oft bis vor die gewünschte Adresse gefahren. Es war für sie selbstverständlich. Ebenso ist es für mich selbstverständlich, Tramper mitzunehmen. Viele Autofahrer, die uns am Straßenrand stehen lassen, schenken uns verächtliche Blicke, die nicht weiter stören. Wer auf Reisen ist, erträgt die Blicke aus dem motorisierten Hamsterrad mit Gleichmut . Autostoppen war nie eine Mode. Trampen hat immer Zukunft. Es ist eine Geisteshaltung.

10. August, Tramp-Gemeinschaft

10. August, Tramp-Gemeinschaft

Der Himmel hat ihn mir geschickt. Ohne Plan bin ich zurück nach Graz gewandert, weil von Lieboch kein Weiterkommen für mich war. Philip ist auf dem Weg nach Spanien, wir begegnen uns kurz vor der Autobahn. Da ich einigermaßen entkräftet bin, tut es gut, einen Gleichgesinnten an der Seite zu haben. Gemeinsam wollen wir nach Kärnten trampen.

10. August, Eine Stunde Schlaf

10. August, Eine Stunde Schlaf

In Lieboch gehen mir die Kräfte aus. Ich sichte einen Riesen-Sessel neben dem großen Möbelhaus mit den 3 X. Hier will ich mein Haupt zur Ruhe betten. Nach einer Stunde kriecht die erste Nacktschnecke in meinen Schlafsack, 30 Minuten später setzt Nieselregen ein. Der Riesen-Sessel ist zwar imposant, aber offenbar nicht ganz wasserdicht. Ich flüchte mich unter ein Vordach. Das kann ja heiter werden!

10. August, Giraffe

10. August, Giraffe

Inzwischen ist es 3 Uhr morgens. Ich gehe noch immer. Spielt mir die Wahrnehmung einen Streich, oder steht hier am Straßenrand tatsächlich eine Giraffe?

10. August, Lost

10. August, Lost

Irgendwo in der Umgebung von Graz. Ich wollte gemütlich aus der Stadt hinaus trampen, doch niemand nimmt mich mit. Gestrandet am Stadtrand. Die Hitze hat mich zum Sturkopf gemacht. Stundenlang wandere ich entlang der Autobahn, bis zum Einbruch der Dunkelheit. Ich marschiere weiter. Die Abkühlung motiviert. Ich gehe ohne Ziel. Schnurstracks durch die Nacht.

9. August, Das wird nie was

9. August, Das wird nie was

Auf meine Photos und Tagebucheinträge bekomme ich täglich viele positive Reaktionen. Rückmeldungen, die mich aufbauen, die mir Mut machen. Es ist aber auch Kritik dabei. Besonders heftig, wird Spott und Häme in den Internet-Kommentar-Foren ausgeschüttet. Im ersten Moment gibt mir die Kritik zu knabbern, wäre gelogen, wenn ich sage, das mache mir nichts aus. Beim zweiten Mal Durchlesen bleiben ein paar Anregungen übrig, die mich zwingen, das eigene Ding kritisch zu reflektieren. Der Rest der negativen Kommentare sind aus Neid und Frust geformt und stammen aus der Feder jener, die daheim geblieben sind und auf der Fernsehcouch vor sich hin gammeln. Sie schreiben mir: “Das mit deinem Selbstversuch wird nie was”. Und ich schreibe zurück. “Das werden wir ja sehen!”

9. August, Übermalung

9. August, Übermalung

Die Steiermark ist ein künstlerisches Land. So ist auf dem Wahlplakat nur auf den ersten Blick eine “Schmiererei” zu erkennen. In Wirklichkeit handelt es sich um die künstlerisch anspruchsvolle “Übermalung” einer “Ikone”. Eine Technik, die eine lange Tradition aufweist und hier vom einem Sprayer veredelt wurde. Er scheint das subtile Verhältnis der Freiheitlichen Partei und des Eros zu thematisieren. Vielleicht liegen die Dinge aber auch ganz anders, es hat noch immer 40 Grad. Kunst zuerst, dann vielleicht Österreich.

9. August, Eine Brücke

9. August, Eine Brücke

An einer Brücke in Graz hängen tausende Liebes-Schlößer. Auf einer Brücke in Graz sitzt ein Bettler und schwitzt. Es hat heute 40 Grad.

9. August, Dein Kapitalismus 2

9. August, Dein Kapitalismus 2

9. August, Dein Kapitalismus 1

9. August, Dein Kapitalismus 1

Irgendwo in der Steiermark.

8. August, Out of Graz

8. August, Out of Graz

Bin wieder halbwegs bei Kräften, werde mich jetzt Richtung Kärnten durchschlagen. Eines, hat mir mein Selbstversuch in den ersten drei Wochen auf jeden Fall gelehrt. Erst wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind, kann man es sich leisten, Fragen der Moral oder des Lebensstils zu stellen. Erst wenn man getrunken, gegessen und geschlafen hat, ist man fähig das Leben aktiv zu gestalten. Für mich fühlt es sich heute wie der pure Luxus an, in einem weichen Bett geschlafen zu haben. Der Untertitel der 4 Schlagwörter auf dem Photo ist übrigens interessant. “Kollaborieren anstatt kollabieren!” Nichts ist wahrer, an Hitzetagen wie diesen!

8. August, Gregor

8. August, Gregor

Er ist ein Urgestein im Vinzi-Dorf. Gregor, oder besser “Sir Gregory”, wie er sich selbst vorstellt. Ein kluger, vielleicht sogar weiser Mann, der malt, dichtet und mich in seinem Container zur Audienz empfängt. Immer wieder lässt er mich auflaufen, gegen seinen doppelbödigen Humor ist noch kein Kraut gewachsen. Er merkt sofort, wenn mein Interesse nicht zu Hundert Prozent ehrlich ist, deckt jeden Anflug von Heuchelei gnadenlos auf. Gregor ist ein Spiegel, der Einem die Ehrlichkeit lehrt. Ein Trinker ist er natürlich auch und ein Philosoph. Er sagt einen Satz, der mir noch lange nachgeht. “Die Gescheiterten sind oft die Gescheiteren!”

8. August, Vinzi-Dorf

8. August, Vinzi-Dorf

Armendienst ist Gottesdienst, sagt der Vinzi-Pfarrer Wolfgang Pucher, der Rebell der Nächstenliebe, der vor 20 Jahren das Vinzi-Dorf gründete. Eine neue Heimat für alkoholkranke Menschen, die früher obdachlos waren und in keiner anderen Institution mehr Aufnahme finden. Jeder von uns hat Klischees und Vorurteile im Kopf, ob er will oder nicht. Kein Ort, den ich kenne, trägt besser dazu bei, sämtliche Vorurteile gegenüber alkoholkranken Menschen aus den Angeln zu heben, als das Vinzi-Dorf. Es klingt kitschig, aber dieses Dorf ist ein Ort der gelebten Nächstenliebe. Mit allen Krisen und Konflikten, die dazu gehören, aber vor allem auch mit Momenten der Zuwendung und Zärtlichkeit, die Einem den Glauben zurück geben, in meinen Fall nicht an Gott, aber an den Menschen und seine Fähigkeit zur Empathie. Es gibt eine Auferstehung. Die vor dem Tod. Die im Leben stattfindet.

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